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Im vorigen Kapitel haben wir dargestellt, wo und warum das Sammeln von Wildfrüchten verboten ist. Nun wenden wir uns der Praxis zu: Wir stellen einige Regeln auf, wo sie zwar sammeln dürfen, aber nicht sollten. Zudem interessiert uns, wie und wann gesammelt werden soll, und wie sie die Ernte sicher nach Hause bringen:

Folgende Regeln sollten sie bei der Auswahl ihres Ernteplatzes beherzigen:

  • Sammeln sie nicht in der Nähe von stark befahrenen Autostraßen. Der verkehrsbedingte Feinstaub und Ruß ist nicht nur gefährlich, wenn er in die Lunge gerät. Er ist zum Beispiel mit Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet, letztere gelten als krebserregend. Die Schadstoffe setzen sich auf den Pflanzen und den Früchten ab und können sich auch im Boden anreichern. Deshalb Finger weg von solchen Fundstellen, auch wenn die Früchte noch so schön aussehen.
  • Vermeiden sie die Ernte direkt neben Feldern. Kulturpflanzen werden heute mit  Pflanzenschutzmitteln behandelt, und die Pflanzen am Feldesrand bekommen sicherlich eine Portion davon ab.
  • Ernten sie nicht in der Nähe von frisch gedüngten Flächen. Dies kann zu einer hohen Nitratbelastung des Ernteguts führen. Nitrat ist an sich unbedenklich, kann aber in Nitrit umgewandelt werden, aus dem wiederum krebserregende Nitrosamine entstehen können.
  • Ernten sie insbesondere nicht auf oder an Wiesen, die frisch mit Mist oder Gülle gedüngt wurden, wenn sie keine Fäkalkeime mit nach Hause bringen wollen.
  • Ernten sie soweit möglich nicht in direkter Bodennähe, sondern halten sie mindestens Kniehöhe ein. Der Sinn: Bei niedrigeren Pflanzenteilen ist die Gefahr hoch, dass ihnen Eier des gefährlichen Fuchsbandwurms anhaften.

Folgende Regeln sollten sie beim Sammeln befolgen, ihre Gesundheit, die Natur und andere Sammler werden es ihnen danken:

  • Sammeln sie nur das, was sie auch wirklich kennen. Wildfrüchte können nicht nur wild und lecker, sondern auch giftig sein.
  • Sammeln sie nur das, was sie auch wirklich verarbeiten.
  • Beschädigen sie die Pflanzen, von denen sie sammeln, nicht unnötig: Pflanzenteile werden niemals grob abgerissen, sondern sauber mit einer Rosen- oder Rebschere oder mit einem scharfen Messer abgetrennt.
  • Lassen sie immer ein Paar Pflanzen, Blüten oder Beeren übrig, um den Bestand nicht zu gefährden.
  • Richten sie beim Sammeln keine Kollateralschäden an: Trampeln sie zum Beispiel in ihrer Sammellust nicht rücksichtslos unbeteiligte Pflanzen nieder.

Folgende Tipps helfen ihnen, die Beute sicher nach Hause zu bringen:

  • Insbesondere empfindliche Blüten sollten erst gesammelt werden, wenn der Morgentau abtrocknen konnte. So wird das Schimmelrisiko minimiert.
  • Schimmelanfälliges Lesegut sollte zudem in Behältern transportiert werden, in denen es zu keiner Kondensation kommt, also z.B. in offenen Körben. Diese können mit Blättern oder Zeitungspapier ausgelegt werden.
  • Plastiktüten sind geeignete Transportbehälter für Nüsse oder Esskastanien. Empfindlicheres Erntegut gehört aber in feste Behälter, in denen es nicht unnötig beschädigt werden kann.

Viel Spaß bei der Ernte!


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© Dr. Andreas Kranz 2007